Ende und Anfang – die neue Kirche in Våler

Wettbewerb für eine Kirche in Norwegen

Städtebau
Der Neubau der Kirche fasst den Friedhof der Gemeinde Våler nach Osten, und bildet den
Rahmen mit dem Sjursenpark und der bestehenden Kapelle. Er setzt einen markanten Abschluss, und bildet einen neuen Kirchenvorbereich nach Osten, der den Friedhof abschirmt, und Raum gibt für einen lebendigen Kirchplatz.

Zwei Eingänge – die beiden Seiten der Kirche
Fußgänger erreichen das Gebäude über den Friedhof. Sie gehen am alten Standort der Kirche vorbei, der in seinen Umrissen erhalten bleibt, und damit Raum für Erinnerungen gibt. Die Westseite der Kirche ist die dem Friedhof zugewandte, die der Vergangenheit, der Erinnerung und der Trauer.
Besucher mit dem Auto erreichen die Kirche über die Ostseite, Der östliche Vorplatz ist der aufgehenden Sonne zugewandt, der Natur und dem Leben.
Die Kirche steht als Bindeglied zwischen den beiden Welten.

Der Innenraum
Im Innenraum folgt die Ordnung den Außenräumen. Der Kirketorg verbindet die beiden Eingänge im Foyer. Im Foyer wird die Garderobe als hölzernes Möbel eingestellt. Im Möbel befinden sich noch Nebenräume, sowie eine Servicepoint, der als Servierpunkt Infostand, oder Shop genutzt werden kann.

Monolitischer steinerner Block
Gegenüber teilt ein Monolitischer Block den Kirchenraum vom Eingang ab. In Ihm gruppieren sich Taufsakristei und Aufbahrungs.-/ Andachtsraum um ein stilles Wasserbassin. In Ihm treffen sich Anfang und Ende des Lebens, das Taufbecken steht in Sichtweite des Aufbahrungsraums. Die konsequente Weiterführung des Themas im Inneren: Ende und Anfang. Die Orgel verbindet die beiden Lebensabschnitte mit Musik, und wird ebenfalls im Block integriert.

Der Kirchenraum
Der ganze Riegel ist nach beiden langen Seiten geöffnet. Die Schottenbauweise in massivem Holz filtert das Licht nach Innen, und zeichnet wechselnde Licht- und Schattenbilder in den Innenraum. Die Glasfassade zwischen den Schotten ist mit einer transluzenten Membran gegen Sonneneinstrahlung abschirmbar. Die variabal einzusetzenden farbigen Kirchenfensterelemente zeichnen ein lebendiges sich stets veränderndes Bild auf die Innenseite der Leinwand bzw. Sonnenschutzmembran.
Der Kirchenraum ist bei einer Bestuhlung 3-fach teilbar, die Bestuhlung wird 90° gedreht, und es entstehen 3 gleichwertige Räume. Sollten Bänke zum Einsatz kommen, ist die Variabilität eingeschränkt, eine Teilung dennoch möglich.

Die Kirchenfenster
Zwischen den Schotten füllt eine Pfosten Riegel Glasfassade boden- deckengleich die Felder. In Ihr können variabel nach farbige Kirchenfensterelemente eingesetzt werden. Diese werden wie eine Beflaggung zwischen Membran und Glasfeldern gesetzt. In unserer Plangrafik haben wir die sakralen Farben des Kirchenjahres gezeichnet, eine Ausgestaltung durch Künstler ist erwünscht.

Die Altarwand
Bildet den Abschluss des Kirchenraumes. An ihr lehnt die Kanzel, auf der hellen Fläche können audiovisuelle Vorführungen und Liedtexte projeziert werden. Die umlaufend eingehaltene Fuge ermöglicht weiterführende Blicke auf das Tragwerk.
Hinter Ihr befinden sich Nebenräume, das Arbeitszimmer des Pfarrers, des Kirchdieners, Lager für wertvolle Utensilien, sowie ein kleiner Gruppenraum, in dem sich des Team der Mitarbeiter scharen kann, um sich auf den Gottesdienst einzustimmen.

Auftraggeber: Norwegen
Leistungsphasen: 1 – 3

in Zusammenarbeit mit freier Architekt Michael Gruber